Mai 1760 – Hagelwetter in Nieder-Saulheim

Es war im Mai 1760. Dorfstraßen verwandelten sich in Ströme, 16 Menschen kamen ums Leben.

Am 9. Mai 2010 sind 250 Jahre seit dem Tag vergangen, an dem über der Gemarkung und dem Dorf Nieder-Saulheim ein schweres Hagelgewitter niederging. Professor Johann Neeb, der frühere Nieder-Saulheimer Bürgermeister, berichtete 1828 in der Zeitung „Die Ameise“, was ihm noch lebende Augenzeugen über das Unwetter zu erzählen wußten:

Der 9. Mai 1760 war für die Nieder-Saulheimer Gemeinde die traurige Veranlassung eines sogenannten Hagelfeiertages. An einem schwülen Tage gegen zwei Uhr nachmittags, als eben ein großer Teil der Gemeinde wegen des Begräbnisses einer Leiche in der Kirche versammelt war, rückte eine verderbliche Wetterwolke vom westlichen Tale her gegen das Dorf und entlud sich bei schnellen Donnerschlägen ihrer Wassermassen. Nach den noch befindlichen Zeichen am Pertheltore war das Wasser elf Schuh hoch.

Ein Bürger, so berichtet Bürgermeister Neeb weiter, habe in seiner Scheune zusammen mit seinem Knecht einige Gefache einzuschlagen versucht, um den eindringenden Fluten den Durchgang zu erweitern und so die Scheune vor dem Einsturz zu retten. Das immer höher steigende Wasser zwang jedoch beide, sich auf das Gebälk zu flüchten. Sie waren dort kaum angelangt, als über ihnen die ganze Scheune zusammenstürzte und sie in die Fluten riss. Wie durch ein Wunder blieben sie unverletzt, wurden aber mit den Trümmern der Scheune von den schmutzig-gelben Wogen taleinwärts getrieben. Die reißende Gewalt des Stroms hielt sie über Wasser. Der Knecht blieb an einem Gesträuch hängen, sein Herr gewann den Ast eines Pappelbaumes. Ein daher schwimmender Balken, der sich zwischen zwei Bäume legte, klammerte ihn am Baum fest. Todesgefahr ängstigte den Verlassenen, als sein Jugendfreund und Nachbar, der Verwalter des Freiherrn von Dienheim, mit zwei Pferden längs des Ufers des neuen Stromes nach ihm suchte. Als der das Geschrei des Davongeschwommenen hörte, zwang er seine Pferde in das Gewässer, schwamm mit ihnen zu seinem Nachbarn, befreite ihn von dem Balken und setzte ihn auf eines Pferde. Während der Bürger und sein Knecht mit dem Schrecken davonkam, starb der Retter – er hieß Peter Jox – einige Wochen später an einer Lungenentzündung, die er sich bei seiner braven Tat zugezogen hatte.

Insgesamt kamen an diesem Tag 16 Menschen in den Fluten um. Augenzeugen berichteten, das Bild des Jammerns sei unbeschreiblich gewesen, als die aufgesuchten Leichen, unkenntlich von Schlamm, Wunden und Todeskrämpfen, am Rathaus zur Schau hingelegt, endlich von Gatten, Eltern und Verwandten erkannt worden seien.

Noch jahrzehntelang wurde des schrecklichen Naturereignisses am 9. Mai 1760 gedacht. Die Dorfbewohner begingen den Gedenktag mit Bußgottesdiensten.

(Mitgeteilt von Martin Fölix)

Aus dem lutherischen Kirchenbuch 1760 N.-Saulheim

„den 9ten [Mai] ist Maria Margaretha des Johannes Schicken gemeinen Schmieds Töchterlein nach Gottes unerforschlichem Rath über Saulheim erfolgten Ungewitter durch die erfolgte außerordentlich große Wasserflut aus der Stube fortgeschwommen und ertrunken, nachdem es gelebt 1 Jahr elf Monate weniger 19 Tage“

„den 26. Juni ist begraben worden Anna Catharina des Johann Nicol Zorns Töchterlein so in der letzten am 9ten May über Saulheim gekommenen Wasserflut durch den Einsturz des Nachbarshauses mit anderen 4 Personen getötet und durch die Flut weggeführt worden aber erst den 26ten Juni in einem Misthauf gefunden und noch am selbigen Tage öffentlich begraben worden, nachdem es erlebt 6 Jahre, 3 Monate 9 Tag“

Saulheimer Auswanderer planen Besuch

Ellen V. Glass und Ruth V. Glick planen eine Reise zu den Wurzeln ihrer Familie. Das „V“ steht dabei für Vogel – ihren Mädchennamen. Vom Nazi-Terror bedroht und verfolgt, haben die Vogels im Mai 1939 ihre rheinhessische Heimat und das Haus in der Nieder-Saulheimer Pfarrgasse verlassen und sind nach Amerika geflohen. Im Dezember wollen die beiden Schwestern Ruth Vogel Glick und Ellen Vogel Glass nach Saulheim zurückkehren, um die alte Heimat zu besuchen und dabei Familienforschung zu betreiben.

Lange Reise zu den Wurzeln (Allgemeine Zeitung, 01.08.2009)

Wahlergebnisse 07.06.2009

Die Wahlergebnisse der Kommunalwahlen werden etwa ab 20.00 Uhr im Internet veröffentlicht.

http://www.wahlen.rlp.de/kw/wahlen/2009/
Ergebnisse der Ortsbürgermeisterwahlen der VG Wörrstadt

Die Aktualisierung der Ergebnisse erfolgt im Turnus von dreißig Minuten, Bezirkstagswahl fünf Minuten und Direktwahlen fünfzehn Minuten. Nutzer haben die Möglichkeit, sich bis hin zur Gemeindeebene über das Wählerverhalten zu informieren. Die Seiten sind so gestaltet, dass auf einen Blick erkennbar ist, aus welchen Gebieten Resultate vorliegen. Wir haben die Ampelfarben zur Kennzeichnung des Auszählungsstandes benutzt. Rot bedeutet, es liegen noch keine Ergebnisse vor, Gelb bedeutet, dass Resultate teilweise vorhanden sind, Grün zeigt an, dass die Stimmbezirke vollständig ausgezählt sind. Präsentiert werden die aktuellen Ergebnisse sowie die Vergleiche mit der Kommunalwahl 2004. Die Stimmenanteile der Parteien sowie Gewinne und Verluste werden in Tabellen und in Grafiken dargestellt.

Aus den vorliegenden Resultaten der Kreistagswahlen und der Stadtratswahlen der kreisfreien Städte wird laufend ein Landesergebnis errechnet, das auf der Eingangsseite der Kommunalwahlen angezeigt wird. Da die Ergebnisse in der Reihenfolge, in der sie bei uns einlaufen, präsentiert werden, ist das Landesergebnis bis zum Vorliegen des vorläufigen Ergebnisses nicht repräsentativ. Erfahrungsgemäß sind die kleinen Gemeinden zuerst mit dem Auszählen fertig, so dass sich am Anfang sicherlich ein etwas verzerrtes Bild ergibt.

Da für Kreistage, Stadträte, Verbandsgemeinderäte, Ortsgemeinderäte und Ortsbeiräte die Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens besteht und mit dem Auszählen erst nach der Auswertung der Europawahl sowie der Direktwahlen begonnen wird, werden die ersten Ergebnisse gegen 20 Uhr präsentiert und dann im Turnus von 30 Minuten aktualisiert. Mit dem Landesergebnis der Kommunalwahlen ist frühestens am Montagabend zu rechnen.

Festumzug – Zusammenfassung

Foto: KindergärtenEin überaus farbenfroher, ideenreicher Jubiläums-Festzug schlängelte sich durch die Strassen und Gassen von Ober-Saulheim. Ein klarer Imagegewinn für den Saulheimer Ortsteil selbst, der sich herausgeputzt hatte und alles tat, um Gäste wie Einheimische zu begeistern.

101Bereits Stunden vor Zugbeginn fanden sich etwa in der Ulmenstrasse Zuschauer ein. Mit dem Nachbarn ein Schwätzchen haltend, die Gläser bereithaltend für einschenkfreudige Zugteilnehmer vertrieb man sich die Zeit des Wartens. Willkommen zur Abkühlung der bereitstehende Eiswagen. Bis die Feuerwehr das Eintreffen des Zuges signalisierte.

Ein Schauspiel seltener Güte öffnete sich: Ein Pulk putzmuntere Kinder der Kindergärten und Horte, der Grundschule und der Nachwuchs der Sportvereine sorgten für buntes Leben auf der Gasse. Die Kita Spatzennest setzte fünf Kinder in ein riesiges bequemes Spatzennest aus Reben.

Immer eine Augenweide: die Landfrauen aus vielen Gemeinden in ihren Trachten. Auf große Bewunderung stiess die „Erntekrone“, die die Landfrauen von Ober-Saulheim kreiert hatten …

Foto: Ortsbürgermeister KlippelDer Gewerbeveein warb fürs „Einkaufen am Ort“, Ortsbürgermeister Klippel in Frack und Zylinder nobel ausstaffiert folgten die offenen Cabrios der Weinmajestäten. Im Prunkwagen „25 Jahre VG-Weinkönigin“ ehemalige Regentinnen des Rebensaftes.

„Sport im Verein ist ein Erlebnis“ dokumentierten die Abteilungen der Sport treibenden Vereine TSV Ober-Saulheim allein mit 6 Fußgruppen unterwegs. Jede Menge Pferde waren im Einsatz des Freudenzuges.

Viel beäugt und bestaunt die PS-starken Veteranen der Landwirtschaft der Schlepperfreunde von Partenheim. „Die Jahnsträsser“ zeigten mit einer überdimensionalen Kelter ihre Nähe zum Rebensaft. Wallertheim pries seinen schönsten Fund – den „Keltenhund“, während die Senioren Gabsheim auf den neuen „Mittelpunkt“ hinwiesen.

Ein Super Sonnenwetter mit hin und wieder aufkommendem lauen Lüftchen trug zum Gelingen bei. Martin Fölix auf einem Oldtimer Traktor sprang vom Wagen und schenkte spritzigen Prosecco ein. Sportlich „ganz oben“ zeigte sich auch die SG Saulheim, während kleine und größere Judokämpfer aus Wörrstadt im Kampfanzug zeigten.

Foto: WeinköniginnenLustig so manche Einzelgruppen: So etwa die originellen „Bartträger“. Acht Jahre nicht rasiert war ein Bart über einem Meter lang. Ordensritter Franz Josef Metz mit Gefolge war zu sichten. Ganz im „Grünenbereich“ zeigte sich der Wagen des Jägerstammtischs Sulzheim, bei dem etwa Karl Dillmann das Jagdhorn blies. Neben „Udenheimer Sehenswürdigkeiten“ auch der Riesentross des „Ritter-Hundt von Saulheim“.

Foto: Musik 2 3 4!Ulkig auch der „Kleinste Festwagen“, der die Nachwuchsarbeit der Saulheimer Musikvereinigung hervorhob. Preisverdächtig die originalgetreue Abbildung des Neunröhrenbrunnes durch die IG Winzer Wörrstadt. Alle Musikvereine sorgten auf ihre Weise für Hochstimmung am Zugverlauf. Aber auch die die Gesangvereine aus Saulheim, Wörrstadt und Rommersheim nutzten das Bad der Menge für Nachwuchswerbung. Ein spezielles Jubiläum dokumentierte „25 Jahre Urlaub in Vendersheim“mit Ortschef Gerhard Lenz, der ein Pärchen zum „Probeliegen“ im rustikalen Doppelbett eingeladen hatte mitzufahren…

Foto: Auf Wiedersehen in Armsheim 2010Der Schlusswagen mit „Armsheimer Drehorgelspielern“ lud bereits ein zum nächsten 31. VG-Weinfest nach Armsheim. „Was fehlt ist ein zündender Festzugs-Schlachtruf, findet etwa der Saulheimer Günter Bohn, Stabsoffizier bei der Bundeswehr und macht mit „Ahoi“ gleich einen Vorschlag.

„Ober-Saulheim hat sich als willkommener Gastgeber gezeigt- und neue Freunde gewonnen“, resümierte Ortschef Walter Klipppel bei der Auflösung im Weindorf.

Ein Bericht von Thomas Thörle.

Fotos: Melanie Langenhan

Bekanntmachung: EU-Weinbaukartei

Rodungs-, Pflanz und Änderungsmeldung

Die zusammenfassende Rodungs-, Pflanz- und Änderungsmeldung zur EU-Weinbaukartei 2009 ist spätestens bis zum 31. Mai 2009 abzugeben.

Meldepflichtig sind alle Winzer, die

  • mehr als 10 Ar Rebfläche bewirtschaften
  • weniger als 10 Ar Rebfläche bewirtschaften, sofern sie Trauben, Maische, Most oder Wein vermarkten
  • Rodungen und Pflanzungen vornehmen

Allen Weinbautreibenden, von denen bereits Rebflächendaten in der EU-Weinbaukartei geführt werden, wird im April ein Auszug mit den derzeitigen Daten der EU-Weinbaukartei zugestellt. Zu melden sind alle Rodungen und Pflanzungen, die seit dem 01. Juni 2008 vorgenommen wurden, sowie alle Korrekturen, Bewirtschafterwechsel und Änderungen.

Das ausgefüllte Formular ist bis zum 31. Mai 2009 bei der zuständigen Stadt-, Gemeinde- bzw. Verbandsgemeindeverwaltung oder direkt bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz abzugeben.

Die EU-Weinbaukartei dient auch als Grundlage für die Gesamthektarertragsregelungen. Wegen den Rechtsfolgen bitten wir Sie, auf richtiges und vollständiges Ausfüllen der Meldungen sowie deren fristgerechte Abgabe zu achten.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an ihre zuständige Dienststelle der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Landwirtschaftskammer

Rheinland-Pfalz

55543 Bad Kreuznach