Familie Josef Schwarz und Abraham Bronne

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Josef und Adele Schwarz bewohnten mit ihrer Tochter Margot ein Haus in der heutigen Ostergasse 28 (früher Ostergasse 273). Hier betrieb die Familie ein Geschäft für Kolonialwaren, Tabak, Zigarren- und Zigaretten, Kurzwaren und Brennspritus. (Quelle: Verzeichnis der jüdischen Gewerbetriebe in Nieder-Saulheim, Archiv Saulheim)
Josef Schwarz wurde am 1. November 1888 in Nieder-Saulheim geboren, Adele, geborene Bronne, am 13. November 1897 in Wörrstadt, Tochter Margot am 14. August 1921. (Quelle: www.myheritage.de)

Abraham Bronne, der Vater von Adele Schwarz war mit Bertha, geb. Reichenberg aus Friedberg, Hessen verheiratet. Bertha Bronne verstarb 1938 und fand ihre letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Teil des Friedhofs Nieder-Saulheim. Das Grab ist heute noch vorhanden.
Vermutlich zog Abraham Bronne nach dem Tod seiner Frau zu Tochter Adele und Schwiegersohn Josef nach Nieder-Saulheim. 
Das Ehepaar Bronne hatte drei Töchter: Elsa (1896-1980), Freda (1897-1977) und Adele (1902-1959). Elsa und Freda sind beide 1923 in die USA ausgewandert. In Glenn Falls, N.Y. hatten bereits die Halbbrüder von Abraham ihre neue Heimat gefunden.

Margot Schwarz wurde, angesichts immer stärker werdender Repressalien der jüdischen Bevölkerung gegenüber, zu ihrer Tante Elsa Bronne nach Glens Falls, N.Y. USA geschickt. Das 14-jährige Mädchen verließ Hamburg, alleine, am 16. Mai 1936 an Bord der „S.S. Manhattan“ mit Ziel New York. 

Josef und Adele Schwarz und Abraham Bronne mussten im November 1938 zwangsweise umsiedeln. Ihre Abmeldung aus Saulheim erfolgte zum 28. November 1938. (Quelle: Holocaust Survivors and Victims Database Washington Auflistung Nieder-Saulheim 1962) Ob, wie in der Quelle angegeben, die Zwangsumsiedlung tatsächlich nach Frankfurt erfolgte oder doch nach Mainz, ist nicht bekannt. Im März 1939 wurden jedenfalls für Josef, Adele und Abraham neue Kennkarten in Mainz ausgestellt.

Am 20. Juli 1939 konnten Josef und Adele Schwarz, gemeinsam mit Abraham Bronne mit dem letzten Schiff, das Deutschland verlassen durfte, der „S.S. New York“, in die USA fliehen. Dies geht aus den Passagierdaten hervor. (Quelle: www.myheritage.de). 

Adele Schwarz verstarb am 2. Juni 1977, Josef am 6. Juni 1978, Margot am 17. Dezember 1998, alle in Rutland, Vermont, USA.
Alle drei Gräber befinden sich auf dem Rutland Jewish Cemetery. (Quelle: www.findagrave.de)

Abraham Bronne lebte nach seiner Flucht bei seinen Töchtern Elsa und Freda und verstarb 1941. (Quelle: Informationen der Familie Gartner.) Er wurde auf dem Beth El Cementary in Moreau, Saratoga County, N.Y. begraben. (Quelle: www.findagrave.de)

Während der Recherche konnte die Arbeitsgruppe Kontakt zu den Nachkommen von Josef, Adele und Margot aufnehmen. Und so konnten die Stolpersteine für Josef, Adele Schwarz und Margot Gartner am 25. Juni 2025 in Anwesenheit von Margots Sohn Edward und ihrer Enkelinnen Katie und Rachel verlegt werden. 

Aus dem E-Mailverkehr mit Margots Schwiegertöchtern Sandra Gartner und Karen Gartner ist folgendes über das Schicksal der Familie in Amerika bekannt:

 … Margot was brought to America from Germany by her Aunt Elsa Carsch to her home in Glens Falls, New York. Margot lived a block away from my mother Florence Shapera, and the two of them went to high school together. I later married Margot’s son Allen, who is now deceased. Josef and Adele came over to America on the last boat out of Germany. Josef fought for the Kaiser in World War 1, which may be one of the reasons they were allowed to leave. Adele and Josef lived in Massachusetts where Adele worked as a cook in the company’s dining room and Josef worked in a butcher shop. This may be out of sequence but the family eventually made their way closer to Glens Falls and opened up a small restaurant in Hudson Falls, N.Y. where they all worked together. Margot met her future husband. Walter Gartner at the restaurant, who was also an immigrant from Germany and the only one of his family to survive.They married and settled in Rutland, Vermont where Walter and his cousin bought Mintzer Brothers, a building supply company. Eventually Adele and Josef moved to Rutland, to be closer to their daughter. Walter and Margot had two children, Edward (still alive) and Allen who died in 2022. Edward and his wife Karen had two daughters and Allen and Sandra had two daughters and a son. Later in life, Margot obtained her BA in teaching from Castleton State College. She never used her degree and remained a housewife. Adele died in 1977, Josef in 1978 and Margot in 1998. They are all buried in the Rutland Jewish Cemetery.

Margot travelled at age 14 on the S.S. Manhattan, departing Hamburg Germany on May, 6, 1936. She was sent to live with her aunts in New York.

Josef and Adele Departed from Hamburg Germany on July 20, 1939 on the S.S. New York. We were told this was the last ship that was allowed to leave. It was after the tragedy with the SS  St Louis.  

Abraham Bronne departed on the same ship as Adele and Josef.  He lived with his daughters  Elsa and Freda. He passed in 1941 at age 76.

Der Stolperstein für Abraham Bronne wird am 25. Juni 2026 hinzugefügt.

Durch die Verlegung der Stolpersteine am 25. Juni 2025 und dem damit verbundenen Besuch und Austausch mit der Familie Gartner, stellten diese uns (digital) einen Brief zur Verfügung, aus dem klar hervorgeht, dass Josef und August Schwarz, Heileckergasse 20 (früher 14), dessen Familie im Juni 2026 ihrer Stolpersteine bekommt, Brüder waren. 
Aus diesem Brief, den Arnold Schwarz am 27. Oktober 1946 an seinen Onkel Josef schickt, geht hervor, dass die beiden Brüder keinen Kontakt mehr hatten und er dies sehr bedauert, da die beiden doch die einzigen Blutsverwanden der Schwarz-Familie seien.

Brief von Arnold Schwarz an seinen Onkel Josef, Oktober 1946
Brief von Arnold Schwarz an seinen Onkel Josef, Oktober 1946 (Quelle: privat Familie Gartner mit Freigabe zur Veröffentlichung)

Hinweis: Alle Angaben basieren auf eigenen Recherchen oder Dokumentationen, die der Arbeitsgruppe „Stolpersteine Ortgemeinde Saulheim“ zur Verfügung gestellt wurden. Sie erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, Gleiches gilt für die Quellenangaben und wurden hier nach bestem Wissen veröffentlicht.