Familie Josef Vogel

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Josef Vogel wurde am 13. Mai 1876 in Nieder-Saulheim geboren. Er war Händler und Kaufmann. 
Am 14. Februar 1906 heiratete Vogel in Sprendlingen Auguste Fürth aus Sprendlingen. (Quelle: Heiratsurkunde, ancestry).
Am 10. Juli 1911 wurde der gemeinsame Sohn Alfred in Nieder-Saulheim geboren.

Am 10. Juni 1935 verstarb Auguste Vogel, geb. Fürth und fand ihre letzte Ruhe am Friedhof in Nieder-Saulheim. Ihr Grab ist auch heute noch dort, auf dem jüdischen Teil, als Doppelgrab, zu finden. Die zweite Grabhälfte blieb jedoch leer.

Über das Leben der Familie Vogel in Saulheim wissen wir leider nicht viel. Aus einer Auflistung jüdischer Mitbürger aus dem Jahr 1938 geht hervor, dass Frieda Wolf, geboren 11. Oktober 1889 in Sörgenloch, in dem Haushalt als Haushälterin tätig war. Vermutlich kam sie nach dem Tod von Auguste Vogel als Hilfe in den Männerhaushalt. 
Frieda Wolf muss zwischen November 1938 und März 1939 den Witwer Josef Vogel geheiratet haben. Eine am 25. März 1939 in Mainz ausgestellte Kennkarte auf Frieda Vogel, geborene Wolf trägt den Vermerk „verheiratet“. (Quelle: Archiv Saulheim)

Josef Vogel hat als Vorstand am 15. November 1938 den Auflösungsbeschluss der Israelitischen Religionsgemeinde mit unterzeichnet. Frieda Vogel unterzeichnete diesen ebenfalls, noch mit „Frieda Wolf“. (Quelle: Archiv Saulheim)

Alfred Vogel gelang 1938 die Flucht nach Argentinien. An Bord der „Mendoza“ flüchtete er von Marseille, Frankreich, aus und kam am 27. März 1928 in Bueonos Aires an. Sein Beruf wird mit „Kaufmann“ angegeben.

Auch Frieda Vogel gelang die Flucht nach Südamerika. An Bord der „SS Baependy“ kam sie am 7. Juli 1940 im Hafen Santos, Brasilien an. Ihr Status zu diesem Zeitpunkt „verwitwet“.

Über das Schicksal von Josef Vogel nach 1939 ist leider nichts konkretes bekannt. Am 1. März 1939 wurde für ihn eine Kennkarte in Mainz ausgestellt und bei der Deutschen Minderheitenzählung 1939 wurden,  laut den Ergänzungskarten der Volkszählung vom 17. Mai 1939, Frieda Vogel und Josef Vogel in einem Haushalt erfasst (Quelle: myHeritage). 

Eine Quelle besagt zu Josef Vogel „died on a ship to Buenos Aires 1937“. Dies ist jedoch nicht belegbar, zumal Josef Vogel nachweislich über das Jahr 1937 hinaus am Leben war. Ob hier nur die jahreszeitliche Angabe falsch ist und Josef Vogel, gemeinsam mit seiner Frau Frieda, 1940 mit der „SS Baependy“ nach Brasilien flüchten wollte und bei dieser Überfahrt verstarb, kann nur spekuliert werden. (Quelle: CEMLA, Centro de Estudios Migratorios Latinoamericanos)

Frieda Wolf, kam, wie bereits erwähnt, im Juli 1940 in Brasilien an. Vermutlich stand sie bis zu ihrem Tod mit Alfred (Alfredo) Vogel in Verbindung. Von Alfred / Alfredo Vogel liegen zahlreiche Dokumente vor, die seine Einreisen von Argentinien nach Brasililien belegen.

Auch fanden Frieda und Alfredo beide auf dem Friedhof Cementerio Comunicario de Tablada in Buenos Aires ihre letzte Ruhestätte.
Frieda Vogel verstarb am 15. Januar 1969 und Alfredo Vogel am 2. August 1982. (Quelle: JewishGen)

Hinweis: Alle Angaben basieren auf eigenen Recherchen oder Dokumentationen, die der Arbeitsgruppe „Stolpersteine Ortgemeinde Saulheim“ zur Verfügung gestellt wurden. Sie erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, Gleiches gilt für die Quellenangaben und wurden hier nach bestem Wissen veröffentlicht.